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Meine erste Auseinandersetzung mit Musikern des 20. Jahrhunderts begann im
Jahre 1996.
Am Anfang stand die Beschäftigung mit Leonard Bernstein und Sergiu Celibidache,
deren komplexe Persönlichkeit mich faszinierte und über einen langen
Zeitraum zum Studium der inneren Topografie anregte, die sich hinter dem Ausdruck
ihrer Gesichter verbarg. Durch das Lesen von Biografien, das Betrachten von
Fotos, das Hören ihrer Interpretationen und Kompositionen, versuchte
ich immer tiefer in die Schichten der verschiedenen Personen einzudringen
und unbekannte Aspekte in meinen Bildobjekten herauszuarbeiten.
Die Verwendung unterschiedlicher Materialien, wie Papier, Stoffe, diverse
Hölzer, Aluminium und deren proportionelle Anordnung, lässt eine
zusätzliche Dimension erkennen, die durch die raumgreifende Schichtung
der einzelnen Elemente eine gesteigerte Plastizität erfährt.
Für jede Person wird ein vom Ansatz her individuell treffendes Bildnis
gezeichnet. Dieser Prozess beginnt mit der Bestimmung des Formates, der Auswahl
der verschiedenen Materialien, der Farbwahl und der Anordnung.
Aus diesem Wechselbezug entsteht allmählich das Segel "Celibidache".
Wie in Wolken gehüllt thront er als Maori-Häuptling über allem,
verschwindend in einem Hauch von Federn, entmaterialisiert, sich allem Greifbaren
entziehend ... Oder Bernstein, bei dem das dunkle vertikale Element das rein
natürliche Horizonale durchdringt, und alles, wie in einem Sog in der
schwarzen Tiefe des Samtes zu versinken scheint.
Michael Ferwagner
